Friedrich Kittler: Musik und Mathematik I. Hellas 1: Aphrodite (2006) [German]

23 June 2015, dusan

“‘Wir möchten euch Musik und Mathematik erzählen: das Schönste nach der Liebe, das Schwerste nach der Treue.’ Die beiden Worte, die den Titel einer Tetralogie aus Hellas, Roma Aeterna, Hesperien und Turing-Galaxis bilden, stehen für die Wurzeln von Kunst und Wissen: musikè, die Lust des Singens, Tanzens, Spielens heißt nach der Muse, die im Herzen alles aufbewahrt und daher davon sagen kann. Musik macht also nach, was Musen tun, seit sie auf ihrem Götterberg mit allem Singen angehoben haben. Aus fast dem selben Ursprung stammt mathesis, das Lehren im allgemeinen, und Mathematik, das Denken über Zahlen im besonderen. Bei Homer heißt mathein nämlich noch nicht zählen oder rechnen, wie Aristoteles gelehrt hat, mathôn nennt vielmehr ein dunkles Wissen, das Helden erst nach Jahrzehnten des Erfahrens in Fleisch und Blut gegangen ist. Unter den wenigen Reimen, die in Griechenohren widerhallten, blieb der alte Spruch von pathein/mathein, leiden und lernen unverloren.”

Publisher Wilhelm Fink, Munich, 2006
ISBN 3770537823, 9783770537822
409 pages
via lostobserver

Reviews: Jürgen Busche (FAZ), Roland Lysell (Swedish, Samlaren).

Publisher
WorldCat

PDF (45 MB, no OCR)
ARG

More from Kittler


Trackback URI | Comments RSS

Leave a Reply

Name (required)

Email (required)

Website

Speak your mind